Ruth Tanner

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Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen auf der Webseite von Dr. med. Ruth Tanner-Berger. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit untersuchte die Ärztin mit einer Befragung von Müttern im Grossraum Winterthur, welche Faktoren in den ersten Jahren nach der Geburt eines Kindes zu Erschöpfung führen können und wie hoch der Anteil von Müttern ist, welche unter dauerhafter Erschöpfung oder gar einer Depression leiden. Aus den Erkenntnissen der Befragung wurden zwei Kurse entwickelt, um angehenden Eltern Tipps für die Planung der Phase nach der Geburt zu vermitteln und betroffenen Eltern Wege aus der Erschöpfung aufzuzeigen.


Elternschaft und Erschöpfung
Eltern freuen sich meist sehr auf ihr Kind und bereiten sich entsprechend intensiv auf seine Ankunft vor. Die Geburt eines gesunden Kindes zu erleben, ist fast immer ein zutiefst berührendes Erlebnis. Ab und zu aufgetauchte Ängste treten in diesem Moment meist völlig in den Hintergrund.
 
Nebst aller Bereicherung ist Elternschaft nicht selten zugleich mit mehr oder weniger anstrengenden Phasen verbunden:
  • Rund um die Uhr verfügbar sein
  • Alles richtig machen wollen, unterschiedliche Auffassungen im Umgang mit dem Kind
  • Veränderte Lebenssituation (eingeschränkte Freiheit bei Arbeits- und Freizeitplanung, Veränderungen in der Paarbeziehung und im sozialen Umfeld)
  • Organisation der Kinderbetreuung (Aufschub der Berufstätigkeit, Auswahl und Koordination von Angeboten der Kinderbetreuung z.B. Krippe, Grosseltern)
All dies erfordert von den jungen Eltern oft unerwartet viel Kraft und Flexibilität.

Hoher Einsatz und Erschöpfung
Eltern sind in dieser Phase auf angemessene Rücksichtnahme und Unterstützung angewiesen. Erhalten sie diese und lassen sich auftretende Schwierigkeiten innerhalb nützlicher Zeit lösen, schaffen sie die Umstellung meist ohne grössere Probleme.
Nicht immer wohnen aber verständnisvolle, unterstützende Menschen in der Nähe, die bei Bedarf die nötige Hilfe zu leisten vermögen. Zudem lassen organisatorische Schwierigkeiten, Zeit- und Schlafmangel oder ein unruhiges Kind dringend notwendige Ruhe- und Erholungsphasen rasch schrumpfen. Eine zu grosse Diskrepanz zwischen den gehegten Erwartungen und der eingetretenen Realität führt häufig zu Frustrationen und Enttäuschungen mit nachfolgendem Verlust des Vertrauens in die eigene Person, oftmals aber auch in die Beziehung zum Partner. Bleibt das Stressniveau längere Zeit hoch, steigt das Risiko, dass die anfänglich hohe Einsatzbereitschaft und Euphorie mehr und mehr in eine ernsthafte physische und psychische Erschöpfung mündet.

Postpartale Depression / Erschöpfungsdepression
Der Begriff postpartale Depression ist stark auf die Geburt fokussiert. Die Depression steht jedoch oft weniger mit der Geburt (belastendes Geburtserlebnis, hormonelle Umstellung…), als vielmehr mit den veränderten Lebensumständen in Zusammenhang (Verlust des geregelten Alltags, Verlust bisheriger Beziehungen, Schwierigkeiten im Umgang mit dem Kind, Veränderungen in der Paarbeziehung usw.).
Wenn im Alltag über längere Zeit zu hohe Belastungen auftreten, welche nicht mit geeigneter Unterstützung aufgefangen werden, kann aus der Erschöpfung schliesslich eine Erschöpfungsdepression entstehen. Diese tritt oft erst nach Monaten oder gar Jahren auf. Bei einer manifesten Depression ist ein verständnisvolles, stützendes Umfeld zur Entlastung besonders wichtig, aber kaum mehr ausreichend.

Prävention
Durch die gemeinsame Planung des kommenden Familienalltags bereits vor der Geburt können Entscheidungen ohne Zeitdruck getroffen werden, bei absehbaren Schwierigkeiten können geeignete Hilfsangebote gesucht werden. Wichtige Punkte für vorgängige Planung sind unter anderem:
  • Arbeit und Kinderbetreuung (Teilzeitarbeit? Berufstätigkeit beider Eltern? Nutzung von Unterstützungsangeboten?)
  • Auswahl geeigneter Betreuungs- und Unterstützungsangebote (Krabbelgruppen, Krippen, Tagesmutter, Eltern, Mütter-/Väterberatung). Wichtig: sich nicht verpflichtet fühlen, möglichst viele Angebote zu nutzen.
  • Aktive Planung von Erholungszeiten (z.B. ein gemeinsamer Abend der Eltern ohne Kind).

Hilfsangebote bei Erschöpfung
Bei Anzeichen von Erschöpfung ist es wichtig, frühzeitig geeignete Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen:
  • Elternnotruf (täglich während 24h erreichbar: 0848 354 555)
  • Stiftung Mütterhilfe (044 241 63 43)
  • Weitere Angebote siehe Links

Dissertation "Erschöpfungszustände bei Müttern von Kleinkindern"
Ruth Tanner-Berger geriet trotz langjähriger Erfahrung im Umgang mit Kleinkindern nach der Geburt des ersten Kindes selber in eine starke Erschöpfung. Aber erst acht Jahre später erkannte sie durch einen Artikel des Kinder- und Jugendpsychiaters Dr. med. Markus Merz die Ursache ihrer damaligen Probleme. Das stille, oft unerkannte Leiden vieler Mütter bewog sie dazu, eine Dissertation zum Thema "Erschöpfungszustände bei Müttern von Kleinkindern" zu schreiben. Aus den Resultaten der Arbeit hat sie Kurse für werdende Eltern sowie für Eltern mit Kleinkindern entwickelt, welche über die Entstehung von Erschöpfung informieren sowie präventive Massnahmen und Lösungswege im Fall bestehender Erschöpfung aufzeigen.

Kursangebote

Informationen für Fachpersonen
Gerne sendet die Autorin interessierten Fachpersonen weitere Informationen über die Untersuchung zu.

 
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